»Ich bin der Herr deines Lebens«, hauchte ihm Fedor auf den Bauch. »Nur, weil du dich weigerst, das einzusehen, ändert es nichts daran.« Er leckte ihn bis hinab zur Leiste. »Mir steht es zu, dich zu nehmen, wann und wie ich das will.« Seine Finger schlossen sich schmerzhaft fest um Jonas Hoden. »Also hör auf, dich zu zieren. Ich will, dass uns Pan zusieht.«

»Nimm mir diese scheiß Augenbinde ab!« Jona hasste es, Fedor ausgeliefert zu sein. »Ich kenne diesen Pan nicht! Ich will nicht, dass ein Fremder dabei ist, wenn du mich fickst!« Es war demütigend genug.

Fedor griff ihm in den Bund, zerrte ihm die Hose von den Hüften. »Was meinst du? Wie lange muss ich auf deiner weichen Nudel herumkauen, bis sie hart wird?«

Jonas Wangen brannten vor Scham. Fedor hielt ihn seit Wochen an einer Kette, bediente sich an ihm, wann ihm der Sinn danach stand. Seine Hohn- und Spottworte schürten ebenso den Hass auf ihn, wie die Tatsache, dass er sein neuer Herr war.

»Du bist erbärmlich«, zischte Fedor so nah an seinem Gesicht, dass er ihn mit Speichel besprenkelte. »Kein Wunder, dass dich Rupert zusammen mit seinen letzten Jetons auf den Tisch legte.«

Rupert hatte ihn bei einem Würfelspiel verloren.

Jona stiegen die Tränen in die Augen. Er hatte ihn angefleht, ihn nicht zu setzen, aber Rupert war durch die Pechsträhne und zu viel Alkohol von Sinnen gewesen.

Er war tot. Fedor hatte es ihm ins Gesicht gelacht. Sein ehemaliger, ach so geliebter Herr hätte sich an der Marquise des Spielcasinos erhängt. Dem Portier hätte er zuvor den Wagenschlüssel seines Pontiacs zugeworfen.

Ein akzeptables Bestechungsgeld, um fünf Minuten wegzusehen.

Fedor biss ihm knurrend in den Schwanz.

Jona schrie auf. Im nächsten Augenblick klatschte ihm Fedors Handrücken ins Gesicht.

»Zeig mir endlich, dass du ein Mann bist!« Er griff ihm zwischen die Beine, zerrte an seinem Schaft.

Jona presste die Lippen zusammen vor Schmerz. Er war noch nie bei Fedor hartgeworden und er würde es auch dieses Mal nicht. Gleichgültig, was der mit ihm anstellte. Warum begnügte er sich nicht damit, ihn zu ficken und danach in Ruhe zu lassen?

Wenn er müde wurde, ihn zum Essen zu zwingen, wenn es ihm auf die Nerven fiel, ihm Wasser einzuflößen, würde er ihn verkaufen oder sterben lassen.

»Ich habe dir gesagt, dass er eine Niete ist.«

Das Bett knarrte, Fedors Schritte entfernten sich.

»Ich sollte ihn dir schenken, aber das kann ich mir nicht leisten«, erklang es vom anderen Ende des Zimmers.

Fedor hatte vor ihn zu verkaufen.

Sein Herz schlug schneller.

»Ich hätte dir seine nicht vorhandene Männlichkeit liebend gern in ausgefahrenem Zustand präsentiert, aber so habe ich sie selbst noch nie gesehen.«

Rupert hatte es. Wann immer er ihn darum gebeten hatte. Jona war es leicht gefallen, sich ihm hinzugeben. Ein paar geflüsterte Worte hatten genügt, um es in seiner Mitte pulsieren zu lassen. Dann war Rupert vor ihm auf die Knie gesunken, hatte ihm die Hände auf die Hüften gelegt und ihn verschlungen. 

Jona hatte in seinem Mund kommen dürfen. Erst danach hatte ihn Rupert über die Kopflehne des Diwans geworfen und ihn in den Himmel gevögelt.

»Wie wäre es mit einer Wette? Gelingt es dir, ihn abspritzen zu lassen, kannst du ihn behalten. Wenn nicht, bezahlst du mir ein Wochenende im Renegat.«

In dem Casino hatte ihn Fedor gewonnen. Ein Wochenende dort kostete ein Vermögen.

»Ist das ein Nicken?« Fedor klatschte in die Hände. »Gut, dann sind wir im Geschäft.«

»Nimm ihm die Binde ab.«

Eine leise, dennoch dominante Stimme.

»Ich will seine Augen sehen.«

»Wozu?« Fedor schnaufte. »Sie sind blau.«

»Welches Blau?«

Jona hielt den Atem an. Keine Nuance des leicht kratzigen Timbres durfte ihm entgehen.

»Was weiß ich? Blau eben.«

»Weg mit der Binde.«

Diese Stimme. Spielend leicht verwandelte sie Worte in Befehle.

»Sieh dir das an!«

Schweig, Fedor!

»Dem Kerl wächst ein Ständer!« Fedor kam zu ihm. Sein gieriger Griff zerstörte die beginnende Erektion. »Was soll das, Jona! Willst du mich verarschen?«

»Nimm ihm die verdammte Binde von den Augen.«

Leiser statt lauter, doch härter.

Die Worte rieselten durch seine Nerven.

»Wie du meinst.«

Die nach penetrantem Parfum riechende Dunkelheit verschwand.

Jona blinzelte in helles Tageslicht.

Auf dem Diwan vor dem bodentiefen Fenster lag ein Mann. Das seidenglänzende Hemd offen, den Kopf zu ihm gewandt, die eine Hand locker auf seinem Schritt. In der anderen hielt er eine von Fedors bevorzugten Zuckerstangen, die Jona nicht einmal anfassen durfte. Der süße Duft künstlichen Orangenaromas drang zu ihm herüber.

In seinem Mund wurde es nass.

»Komm zu mir.« Pan steckte sich die Süßigkeit zwischen die etwas zu kantigen Lippen, sah ihn dabei auf eine Weise an, die sein Herz stolpern ließ.

»Ich kann nicht.« Jona ruckte an der Kette. Das hohe Klirren schrillte in seinem Kopf.

Pan nickte Fedor zu, der fluchend die Kette von den Handschellen löste, diese jedoch nicht anrührte. »Die Dinger bleiben, wo sie sind«, informierte er seinen Gast und steckte die Schlüssel zurück in seine Tasche. »Ich will nichts riskieren, immerhin ist er mein Wetteinsatz.«

Vor Rupert wäre er niemals geflohen. Vor Pan würde er es ebenfalls nicht.

Jona erhob sich so geschmeidig, wie er es nach wochenlanger Gefangenschaft vermochte, und schritt hinüber zu dem Mann mit der faszinierenden Stimme. Dass ihm dabei die weite Hose in die Knie und schließlich hinab zu den Knöcheln rutschte, störte ihn nicht. Er stieg einfach beim Laufen aus dem Bund.

Pan zog die Zuckerstange aus seinen Lippen hervor. »Ozeanblau.«

Das Wort kroch unter Jonas Haut.

Pan nahm seine Hand, zog ihn näher zu sich. »Sieh mich an, wenn es dir kommt«, bat er mit ebendieser verstandraubend sinnlichen Stimme. »Ich will mich in deinem Blick verlieren.«

In Jonas Lenden begann es zu ziehen. Sein Schaft richtete sich langsam auf, seine Hoden zogen sich zusammen.

Er genoss dieses lange vermisste Gefühl.

Pan registrierte es mit einem Lächeln. Er legte die Hand auf Jonas Hüfte, dirigierte ihn über sich.

Jona klettert auf den Diwan, setzte sich auf Pans Mitte. Überdeutlich spürte er dessen Härte an sich.

Pan schloss mit einem genießenden Seufzen die Lider. »Bewege dich auf mir«, bat er leise. »So, dass mir deine Spitze dabei über den Bauch streichelt.«

Es tat unermesslich gut, ihm zu gehorchen. Die feinen Härchen unter Pans Bauchnabel kitzelten seine hochsensible Haut.

»Koste das.« Pan fuhr mit der Zuckerstange Jonas Lippen entlang.

Die Süße benetzte seinen Mund ebenso wie seine Seele.

Behutsam strich Pan über die blau schimmernde Eichel. Auf seiner Fingerspitze glänzte es feucht. »Und jetzt koste das.« Ebenso sanft strich er ihm seinen eigenen Geschmack auf die Lippen.

Jona leckte über den Finger, saugte ihn in den Mund.

Pans Pupillen weiteten sich. »Reite mich«, bat er leise und so rau, dass ein Schauder Jonas Rücken hinab rieselte. »Hier vor Fedors ungläubigen Augen.«

Die Handschellen rasselten, als er Pans Hose öffnete. Eine prachtvolle Erektion sprang ihm entgegen.

»Fedor!« Pan streckte die Hand aus. »Ich will ihn nicht verletzen.«

Das Geräusch einer Schublade, Fedors verhasste Schritte.

Jona sah nicht auf. Keine Sekunde würde er auf den Anblick von Pans lustverklärtem Gesicht verzichten.

Duftendes Öl tropfte von Pans Fingern. »Hock dich über mich.«

Er gehorchte. Hauchzart strich ihm Pan zwischen den Backen entlang.

Jona entkam ein Seufzen. So zärtlich war er lange nicht berührt worden.

Als zwei Finger gleichzeitig in ihn glitten, ließ er stöhnend den Kopf in den Nacken fallen.

»Ich will dich haben«, keuchte Pan und tauschte die Finger mit seiner Spitze. »Ergieße dich auf meinem Bauch und lecke es erst ab, wenn Fedor deinen Saft gesehen hat.«

Die Worte setzten ihn in Brand.

Prickelndes Glück füllte ihn ebenso wie Pans Schaft.

»Sieh mich an«, flehte Pan und zwang ihn, sich schneller auf ihm zu bewegen.

Lust und Schmerz vermischten sich, schwollen an, ließen sich nicht länger hinter seinen Lippen verschließen.

Pan griff ihm in den Nacken, zog ihn zu sich. »Stöhne mir in den Mund, wunderschöner Jona.«

Er verschlang Pans Lippen in hilfloser Inbrunst.

Der Rausch erfasste ihn, schleuderte ihn an einen Ort jenseits alles Erträglichen.

Pan schrie erleichtert auf, ließ sich keuchend zurücksinken.

Die Welt drehte sich um ihn. Er fiel, wurde aufgefangen, festgehalten.

»Du bist zu kostbar, um dich an Fedor zu verschwenden«, wisperte es an seinem Ohr. »Ich werde mich unzählige Male in dir verlieren und dennoch niemals genug von dir bekommen.«

Jonas Herz schlug einen nie gekannten Takt. Er küsste ihn auf Pans Hals, kostete seinen Schweiß.

»Du hast gewonnen«, zischte Fedor aus weiter Ferne. »Nimm ihn und verschwindet von meinem Grundstück.«

Eine Tür schlug krachend ins Schloss.

Pan lachte leise.

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