Ich greife nach Seifenblasen und denke es wären Träume.

Ich tanze über Wolken und bin sicher, in Nebel zu schwimmen.

Überall wo ich hinsehe zerplatzen Lichter in grellen Farben und es dauert eine Weile, bevor mir klar wird, dass das Leben nur ein Sekundensprung ist und kein Betonklotz am Bein.

Es ist leichter, dem Zwitschern der Vögel zu lauschen als verzweifeltem Weinen. Es ist bequemer, Regenbogenbilder zu betrachten als Gitterstäbe, zwischen denen Leid hervorquillt.

Warum sind schwarze Zeiten Ewigkeiten und glitzernde nur Wimpernschläge?

Keine Frage hat je zu einer richtigen Antwort geführt.

Mitunter bilden wir uns ein, etwas zu wissen. Wir lassen die als Wahrheit getarnte, lediglich vage Vermutung aus unserem Mund sprudeln und suhlen uns im bewundernden Blick unseres Zuhörers. Für einen Moment fühlen wir uns weise und unantastbar.

Bis uns einfällt, dass wir erneut dem alten Trickser auf den Leim gegangen sind. Er manipuliert uns, seit wir gelernt haben, zwischen ja und nein zu unterscheiden.

Wir schnippen ihn genervt aus unserem Kopf und versichern dem Herz, nun endlich frei zu sein.

Es lächelt müde und ist froh, nicht mit den Augen rollen zu können. Tausend Versprechen dieser Art haben seine Hoffnung auf Erfüllung zu etwas zusammenschrumpfen lassen, das mühelos in Kinderhände passt. Da wäre es auch gut aufgehoben, aber dazu reicht unsere Freigiebigkeit nicht.

Wie sollten wir uns von dem Einzigen trennen, das wir besitzen?

4 Gedanken zu “Seifenblasenträume

  1. Manchmal macht Besitzlosigkeit frei, doch ist die komplette Besitzlosigkeit weder von der Natur noch von der Gesellschaft vorgesehen.

    Ich will nichts besitzen
    Außer den Herzschlag
    Und nicht mal den

    Liken

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